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René Hubert


07.10.1895 - 05.06.1976
Schweizer Kostümdesigner

René Eugène Huber wurde am 7.10.1895 in Frauenfeld geboren und starb am 5.6.1976 in Zürich. Stadtbürger von Frauenfeld. Sein Vater war Besitzer eines Reitstalls und gab Reitstunden in St. Gallen. Er wuchs in St. Gallen auf , besuchte hier die Schule und begann nach Schulabschluss eine Lehre als Strickereizeichner in einer St. Galler Strickerei. Dies befriedigte ihn aber nur bedingt und so bat er seinen Vater in Paris eine Ausbildung absolvieren zu dürfen. Nach längerem überlegen und anöden (Huberts eigene Worte) akzeptierte dieser schlussendlich den Wunsch seines Sohnes und so erfüllte sich ca. 1916 der Traum und er wurde Student an der „École des Beaux-Arts“ in Paris.

An der École des Beaux-Arts lernte er u.a den Sohn der Madame Rasimi vom Bataclan Theater in Paris kennen und begann schon bald dort stattfindende Revuen auszustatten. Seine Fähigkeiten sprachen sich schnell herum und es dauerte nicht lange und er rückte zu den ganz grossen Revuen und Theatern der Stadt auf und  arbeitet alsdann für die Folies Bergere und das Casino de Paris, welche in den 1920er Jahren ihre absoluten Glanzzeiten erlebten. Daneben arbeitete er Anfang der 1920er Jahre auch für die Comédie Francaise, das Palace und machte erste Kostümentwürfe im damals aufkommenden Art-Deco Stil welche auch in Magazinen der Zeit abgedruckt wurden. Zu dieser Zeit gesellte sich auch das „t“ an seinen Namen und aus Huber wurde Hubert, es war einfach zu anstrengend jedes Mal wieder zu erklären, das „Huber sans t“ geschrieben wird.

1923 reiste er in die USA und bekam eine Anstellung am Schubert Theater in New York als Kostümdesigner und Ausstatter der Shows und Revuen. In New York lernte er auch den seinerzeit grössten Filmstar, Rudolph Valentino kennen und wurde von diesem als künstlerischer Berater für dessen Ehefrau, Natasha Rambova und den jungen Kostümdesigner Adrian engagiert um für den Film „Monsieur Beaucaire“ zu arbeiten. Mit dem Drehstart zum Film im Herbst 1924 kehrte auch Hubert wieder nach Paris zurück. Inzwischen selber ein gefeierter Star, arbeitete er 1924/25 auch erstmals in Berlin für Ernst Stern, daneben weiterhin in Paris am Marigny Theater und an der römischen Oper.

1924 lernte er auch die Schauspielerin Gloria Swanson kennen für die er im Film „Madame sans-Géne“ arbeitete, sie war zu dieser Zeit einer der grössten weiblichen Weltstars und die Hochzeit in Paris im Januar 1925 mit dem Marquis Henry de La Falaise war das Hochzeitsereigniss des Jahrzehnts. Hubert zählte damals zum engsten Freundeskreis von Gloria Swanson und wurde von ihr exklusiv unter Vertrag genommen. Ab diesem Zeitpunkt stattete er für den Zeitraum von 10 Jahren die gesamte Garderobe der Swanson, sowohl im Filme als auch privat, aus. Sie brachte ihn auch nach Hollywood, wo er zwischen 1924 und 1926 für die Paramount Studios arbeitete.

Ab 1927 bis 1931 arbeitete er für die MGM-Studios und entwarf u.a. Kostüme für Joan Crawford in Twelve Miles Out, Norma Shearer in After Midnight, Marion Davies in Quality Street und Greta Garbo in der Stummfilmfassung von Anna Karenina (1927). 1928 für The Wind in welchem Lilian Gish mit dem ersten überhaupt verliehenen Oscar ausgezeichnet wurde. Daneben war er ebenfalls wiederum für das Schubert Theater in New York und wiederum für die Folies Bergere in Paris tätig.

1929 arbeitete er in Berlin an verschiedenen UfA Produktionen mit, darunter Asphalt mit Betty Ammann, Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna und Manolescu – Der König der Hochstapler jeweils mit Brigitte Helm. 1930 entstanden weitere Filme für die UfA u.a mit Lilian Harvey, Renate Müller und Olga Tschechowa . Ebenfalls 1929 entwirft er erstmals Kostüme für Marlene Dietrich für deren Film Shanghai Lady und arbeitet ebenfalls erstmals mit René Clair in Paris zusammen.

1930 entwirft er nochmals Kostüme für Greta Garbo im Film Romance und arbeitet bis 1931 abwechselnd in Berlin, Paris und Hollywood für verschiedene Produktionsfirmen.

1932 verbringt er grösstenteils in Paris wo er für die Paramount Studios tätig ist und nebenbei wiederum Revuen u.a. der Folies Bergere ausstattet.

Im Frühjahr 1933 arbeitet er für den Film Walzerkrieg der deutschen UfA in Frankreich und Berlin, verlässt Berlin aber im März schlagartig, da andere am Film beteiligte (Juden) gekündigt wurden.

Danach arbeitet er vor allem in Paris mit René Clair und lernt 1934 in London den britischen Regisseur Alexander Korda kennen, für den er fortan als technischer Berater bis 1941 an beinahe all dessen Filmen mitwirkt.

1935 arbeitet er für die 20th Century Fox in Hollywood an verschiedenen erfolgreichen Produktionen mit, u.a. an Our Little Girl und Curly Top mit dem Kinderstar Shirley Temple, deren Kleider in den Filmen zu kommerziellen Erfolgen werden und über 4 Millionen mal verkauft werden.

1936 kehrt er nach Europa zurück und arbeitet fortan in Paris mit René Clair und vor allem in London mit Alexander Korda, so 1937 u.a. am ersten britischen Farbfilm Wings of the morning. Daneben stattet er wiederum Revuen und Theater aus, so am His Majesty’s Theatre, am London Palladium, am Royal Theater Dury Lane, dem Coloseum, dem Princess Theater und am Saville Theater.

Inzwischen ist man auch in der Schweiz auf den grossen Kostümdesigner aufmerksam geworden und so stattet er 1939 an der Landesaustellung seine eigenen Pavillons unter dem Thema „Fashion for Theatre“ aus. 1940 schmückt sich die Schweiz nochmals mit dem Können von Hubert wo er an der „New York World Fair“ wiederum die Pavillons und die Models ausstattet.

Mit dem Film That Hamilton Woman, mit Vivien Leigh in der Hauptrolle verabschiedet sich Hubert 1940/41 von Europa und kehrt nach Hollywood zurück um einerseits Marlene Dietrich in ihrem Film The Flame of New Orleans, andererseits seine grösste Förderin Gloria Swanson in ihrem Filmcomeback Father Takes a Wife, auszustatten. Swanson bestand bei ihrem Filmcomeback mit der Produktionsgesellschaft RKO darauf, das Hubert ihre Kostüme entwerfen soll.

1942/43 engagiert ihn die 20th Century Fox als Leiter der Modeabteilung, mit diesem Job beginnt eine enorme Schaffenszeit und bis 1950 arbeitet er mit Weltstars wie Carole Landis, Annabella, Gene Tierney, Sonja Henie, Betty Grable, Jennifer Jones (die in Hubert Kleidern einen Oscar gewinnt), Madeleine Carroll und Linda Darnell zusammen. Auch die noch unbekannte Marilyn Monroe wird von Hubert in einer ihrer ersten Filmrollen ausgestattet.

1950 kehrte Hubert in die Schweiz zurück und bezog in Zürich eine Wohnung. Er war sporadisch noch als Ausstatter von Theaterinszenierungen und Operetten tätig und wirkte gelegentlich noch als Kostümdesigner bei einzelnen Filmproduktionen, so 1954 in Desirée mit Marlon Brando und Jean Simmons in der Hauptrolle, 1956 in Anastasia mit Ingrid Bergman und Yul Brynner und 1964 unter der Regie von Bernhard Wicki im Film Der Besuch, nach Friedrich Dürrenmatts Bühnenstück Der Besuch der alten Dame.  Er wurde sowohl 1954 für Desirée als auch 1964 für Der Besuch mit einer Oscar-Nomination als bester Kostümdesigner ausgezeichnet.

1958 gestaltete Hubert neue Uniformen für die Swissair Stewardessen als auch die Innenausstattungen der neu angeschafften Flugzeuge der Schweizer Fluggesellschaft von der Douglas Aircraft Co. In den USA.

 

Hubert hatte 1945 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen, legte sie aber später zugunsten der Schweizerischen wieder ab. Er verbrachte seinen Lebensabend mit seinem griechisch-stämmigen Lebenspartner in Zürich und widmete sich fortan den arbeiten an einer leider nicht fertig gestellten Biografie die er zusammen mit Gloria Swansons letztem Ehemann, William Duffy schreiben wollte und beschäftigte sich nebenbei weiter künstlerisch mit Collagen und Zeichnungen.

Quelle Biografie:

Rolf Ramseier, nach Informationen aus dem Nachlass





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