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Georg Joseph Sidler


25.06.1782 - 27.05.1861
Zuger Politiker und Landammann, Tagsatzungsgesandter, Nationalrat

geboren 25.6.1782 Zug,gestorben 27.5.1861 Zürich, kath., von Zug und ab 1845 von Unterstrass (heute Gem. Zürich). Sohn des Georg Damian und der Elisabeth Bossard. ∞ 1) Josepha Landtwing, Tochter des Karl Oswald, Uhrmachers, 2) Maria Verena Moos, Tochter des Franz Thaddä, Ratsherrn und Krämers. S. studierte Philosophie in Freiburg i.Br. und belegte philosoph., jurist., mathemat. und astronom. Vorlesungen in Salzburg und Wien. Als 17-Jähriger und Anhänger der Helvetik diente er als Sekr. der Verwaltungskammer des Kt. Waldstätten. 1808 wurde er Polizeidirektor, 1809-38 war er Zuger Kantonsrat, 1814 Verfassungsrat und 1838-44 Landrat. 1820-25 und 1834-37 wirkte er als Stadtpräsident von Zug und verbesserte u.a. das Schulsystem. Der liberale Politiker prägte die kant. Politik der Restaurations- und beginnenden Regenerationszeit als Kantonsstatthalter 1815-18, 1820-22 und 1832-38 sowie als Landammann 1818-34 (jeweils alternierend für zwei Jahre). Ferner präsidierte er jahrelang das Zuger Kantonsgericht und war 1829-38 Landeshauptmann. Ab 1810 Tagsatzungsgesandter, genoss S. auch auf eidg. Ebene grosses Ansehen. In Zug griff ihn jedoch die aufkommende kath.-konservative Opposition an. Als S. sich 1832 für die Bundesrevision einsetzte, wurde er 1833 als Tagsatzungsgesandter abberufen und 1834 nicht mehr zum Landammann gewählt. 1837-48 übernahm er das Amt des eidg. Zollrevisors. Er forderte einheitl. Regelungen im schweiz. Zollwesen, v.a. die Abschaffung der kant. Zölle. 1839 verlegte er seinen Wohnsitz nach Unterstrass, wo er ein Landgut besass. Er blieb vorerst Zuger Landrat. 1845-61 gehörte er dann dem Zürcher Gr. Rat an und sass 1848-61 im Nationalrat in der radikal-liberalen Fraktion Alfred Eschers, wobei er 1848 als Alterspräsident die erste Nationalratssitzung eröffnete. 1848-49 wurde er als eidg. Kommissär im Tessin, 1850 in Genf eingesetzt. S. stand mehrfach der Helvet. Gesellschaft vor.

Gleich seine erste Rede als Tagsatzungsgesandter am 3. Juni 1811 in der Solothurner Kathedrale löste eine Krise aus. Denn die Rede führte dazu, dass eine dreiköpfige Delegation nach Paris zitiert wurde, welche sich einem Wutausbruch des französischen Kaisers Napoleon stellen musste. Obwohl der Inhalt der Rede über die Besetzung des Tessins eigentlich gemässigt war, schien sie dennoch einen wunden Punkt getroffen zu haben und vom anwesenden französischen Gesandten missverstanden worden zu sein. Erst die Abschrift der Rede liess die Gemüter sich wieder einigermassen beruhigen. Dennoch galt Sidler ab jenem Zeitpunkt als schwärmerischer Rhetoriker, welcher wusste, wie er mit dem Publikum umgehen musste. Sein späterer Biograph August Welti bezeichnete ihn in der Folge als «grössten Volksredner seiner Zeit».

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Georg Joseph Sidler aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Susanne Peter-Kubli. Version : 23.11.2011.





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