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Peter Emil Huber-Werdmüller


24.12.1836 - 04.10.1915
Schweizer Industrieller

geboren 24.12.1836 Zürich,gestorben 4.10.1915 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Johann Rudolf, Seidenfabrikanten. ∞ 1864 Anna Marie Werdmüller, Tochter des Otto Felix, Kaufmanns. Er ist der Vater des Diplomaten und IKRK Präsidenten Max Huber.

Huber ist eine der bedeutendsten und vielseitigsten Gründer- und Unternehmerpersönlichkeiten der Schweizer Metall- und Elektroindustrie. Huber wandte sein Interesse früh der technischen Entwicklung zu. Er war einer der ersten Maschineningenieure, die in dem 1855 ins Leben gerufenen Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich (heute ETH) das Diplom erlangten. 1859-63 widmete er sich der praktischen Ausbildung bei der Firma Gebrüder Sulzer in Winterthur, wo er Charles Brown kennenlernte, und bei Escher Wyss in Zürich, wo er mit Jackson zusammen arbeitete, und besuchte daraufhin Maschinenfabriken in England, Frankreich und Belgien.

1863 gründete Huber mit Jackson zusammen in Oerlikon bei Zürich eine Fabrik für Schmiedestücke unter dem Namen P. E. Huber & Cie, die anfänglich gut ging, aber dann wegen technischer Umwälzungen 1872 liquidiert wurde und an die Commandite-AG Daverio, Siewerdt & Giesker überging. Diese Firma kämpfte aber ebenfalls mit Schwierigkeiten; aus ihr ging 1876 die AG der Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon hervor, die sich ab 1886 Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) nannte und von Anfang an (bis 1910) unter der Leitung von Huber stand. Die Firma verbesserte die Wegmannschen Porzellanwalzenstühle für die Müllerei, die auf der Weltausstellung in Paris 1878 hohe Auszeichnungen erhielten. Um 1885 ging die MFO zum Bau elektrischer Maschinen über, wobei Charles Brown, und nach dessen Austritt dessen Sohn Charles E. L. Brown, die elektrische Abteilung leitete. Nach großen Anfangsschwierigkeiten stellte sich ein Erfolg ein, der die gesamte Elektrotechnik revolutionierte: Gestützt auf den ersten Versuch einer Energieübertragung über 17 km von Kriegstetten nach Solothurn, baute Huber zusammen mit Oskar von Miller, dem Direktor der elektrotechnischen Ausstellung 1891 in Frankfurt am Main und späteren Gründer des Deutschen Museums in München, und →Emil Rathenau von der AEG Berlin die 175 km lange Leitung vom Kraftwerk Lauffen am Neckar nach Frankfurt a. M. und übertrug auf diese Distanz 300 PS 40periodischen Drehstrom mittels Hochspannung von 25 000 Volt mit einem Wirkungsgrad von 75%. Dieser aufsehenerregende technische Fortschritt brachte der MFO zahlreiche Aufträge für die Erstellung von Kraftanlagen und löste 1891 auch die Gründung der Firma Brown, Boveri & Co. in Baden aus, an der Charles E. L. Brown sich beteiligte.

Die zweite große Leistung Hubers galt der Aluminiumindustrie. Er gründete 1887 mit einem kleinen Kreis schweizerischer Unternehmer die Schweizerische Metallurgische Gesellschaft, die sich den französischen Erfinder Héroult als technischen Direktor gesichert hatte. Die Anlage in Neuhausen am Rheinfall war die erste große elektrolytisch arbeitende Aluminiumfabrik Europas. Gleichzeitig hatte sich aber in Deutschland unter Führung der AEG und mit Hilfe des Metallurgen Kiliani ein Konkurrenzunternehmen gebildet, das dem Schweizer, hinsichtlich Kapitalkraft und Absatzmöglichkeiten überlegen war, während die Schweizer über die größeren Wasserkräfte verfügten. Den guten Beziehungen Hubers zu Rathenau und seiner Verhandlungskunst ist es zu danken, dass deutsche und schweizerische Interessenten sich zur Aluminium Industrie AG Neuhausen (AIAG) zusammenschlossen. Huber präsidierte dieser Gesellschaft, die eine steil aufsteigende Entwicklung nahm, bis zu seinem Lebensende.

Huber bemühte sich später immer wieder, die Aluminiumproduzenten zum Zusammenschluss zu bewegen, und hatte damit zeitweilig großen Erfolg. Da sich in Neuhausen keine Ausdehnungsmöglichkeit bot und die Landschaft des Rheinfalls geschont werden mußte, verlegte die AIAG (heute Alusuisse) ihre schweizerische Produktion nach Chippis im Wallis. Noch zu Lebzeiten Hubers wurden in Europa mehrere neue Hütten mit eigener Wasserkraft in Betrieb genommen.

Zu dem Schaffen auf technischem und industriellem Gebiet kam Hubers staatsbürgerliches Wirken, seine Mitarbeit in der Schulpflege und im Gemeinderat Riesbach (damals eine Vorortgemeinde von Zürich). Unter seinem Einfluß wurde 1872 von Zürich auf den 873 m hohen Uetliberg trotz der Steigung von 70 Promille eine Adhäsionsbahn gebaut, die er bis 1898 erst als Direktor, dann als Vorsitzender des Verwaltungsrates leitete. Zur gleichen Zeit baute und leitete er in Zürich Straßenbahnen. Der erste Versuch einer Pferdebahn („Rößlitram“) datiert von 1882. Seit 1893 wurde die Straßenbahn elektrisch betrieben, und Huber scheute auch nicht vor dem Wagnis der „Zürichbergbahn“ mit starken Steigungen zurück. 1875 half er bei der Gründung des Gewerbemuseums in Zürich mit und leitete auch diese Institution während einiger Jahre. Verbandspolitisch bedeutsam ist sein Wirken bei der Gründung (1884) und Leitung (1888-1915) des Vereins Schweizerischer Maschinenindustrieller (VSM). Auch im Wehrwesen wirkte er in wichtigen Funktionen, zuletzt als Kommandant einer Artilleriebrigade und maßgebliches Mitglied der eidgenössischen Artillerie-Kommission.

Ab 1867 widmete sich Huber in öffentlichen Funktionen vor allem der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in der näheren und weiteren Umgebung von Zürich. Ausgehend vom Amt des Gemeinderats in der Zürcher Vorortsgemeinde Riesbach, seinem Geburtsort, setzte er sich als Bauvorstand im Gemeinderat für einen grosszügigen Strassenausbau ein. Er förderte auch den Bau einer funktionsgerechten Quaianlage am Zürichsee. Infolge der Erschliessung des Seefeldes hatte er sich mit den Problemen des Eisenbahnbaus zu beschäftigen und wurde so Mitglied im Verwaltungsrat der Schweizerischen Nordostbahn. Huber war wesentlich an der Gründung der Uetlibergbahn beteiligt, wo er sich gegen grosse Widerstände dafür einsetzte, dass diese Strecke als Adhäsionsbahn gebaut wurde. Auch die Entwicklung des schienengebundenen Nahverkehrs in Zürich und Umgebung hat Huber wesentlich mit angeschoben. So bereitete er die Gründung eines Strassenbahnverbandes Zürich–Riesbach–Enge, der Zürcher Strassenbahngesellschaft, die zunächst eine Rösslitram baute. Nach der Stadtvereinigung von 1893 leitete er die Gründung der Elektrischen Strassenbahn Zürich in die Wege.

Huber-Werdmüller gehörte 1889 zu den Mitbegründern des Schweizerischer Elektrotechnischer Vereins (SEV) und wurde 1909 zu dessen Ehrenmitglied ernannt.

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Peter Emil Huber-Werdmüller aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Weitere Informationen stammen vom Artikel Huber, Emil, Autor/Autorin : Schmid, Hans Rudolf, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 680 f. [Onlinefassung].





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