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Kurt Furgler


24.06.1924 - 23.07.2008
St. Galler Politiker, 83. Bundesrat

geboren 24.6.1924 St. Gallen,gestorben 23.7.2008 St. Gallen, kath., von Valens (Gem. Pfäfers). Sohn des Robert, Textilkaufmanns, und der Berty geb. Cavigelli. ∞ 1950 Ursula Stauffenegger, Tochter des Karl, Textilfabrikanten. Nach dem Rechtsstud. in Freiburg (Dr. iur.), Zürich und Genf Anwalt in St. Gallen. Präs. der St. Galler Christlichsozialen. 1957-60 Mitglied des Gr. Rates, ab 1954 Nationalrat. Im eidg. Parlament engagierte sich F. v.a. in der Rechtsprechung und Aussenpolitik. Als Präs. der Mirage-Untersuchungskommission leitete er 1964 eine Reorganisation des Militärdepartementes und die Verstärkung der parlamentar. Kontrolle mit ein. 1963-71 war er Fraktionspräsident der Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei (ab 1970 Christlichdemokrat. Volkspartei) der Bundesversammlung; 1967-71 gehörte er der Parlamentar. Versammlung des Europarats an. Am 8.12.1971 wurde F. im ersten Wahlgang zum Bundesrat gewählt. Das eidg. Justiz- und Polizeidepartement gestaltete er rasch zu einer effizienten Stabstelle. Eines seiner Hauptanliegen war die Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen. F. wirkte entscheidend an der Lösung der Jura-Frage mit. 1974-77 führte er mit motivierender Energie die Expertenkommission zur Vorbereitung einer Totalrevision der Bundesverfassung ("Furgler-Bande"). Den veränderten gesellschaftl. Entwicklungen nach 1968 trug er mit der Revision des Familienrechts, insbesondere des Kindesrechts und der Adoption, Rechnung; 1981 wurde der Verfassungsartikel über die gleichen Rechte von Mann und Frau vom Volk angenommen, 1985 ein neues Eherecht. Den wachsenden Immigrationen und der ungestümen Wirtschaftsentwicklung suchte F. stabilisierend und regelnd entgegenzutreten, so z.B. durch die Reform des Ausländer- und Asylrechts, durch die sog. Lex Furgler, welche den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland einschränkte, das Raumplanungsgesetz und die Strassenverkehrsgesetzgebung. 1978 schlug sein Versuch zur Schaffung einer Bundessicherheitspolizei fehl. 1983 wechselte F. ins eidg. Volkswirtschaftsdepartement. F. strebte eine aktive Teilnahme der Schweiz am Aufbau Europas an; er unterzeichnete 1984 die Erklärung von Luxemburg, in der Efta und EG ihren Willen zu einer über den Freihandel hinausgehenden Zusammenarbeit bekundeten. 1977, 1981 und 1985 amtierte F. als Bundespräsident. 1986 trat er aus dem Bundesrat zurück, wirkte aber in versch. Gremien weiter, so als Vizepräsident des Club of Rome und im InterAction Council, eines Rats ehem. Staats- und Regierungschefs. Für seine Verdienste um die Einigung Europas wurde F. 1989 der Robert-Schuman-Preis verliehen. 1958-68 Generalstabsoffizier, 1971 Kommandant der Grenzbrigade 8.

In den Bundesrat gewählt als Vertreter des Kantons St. Gallen am 8. Dezember 1971. Rücktritt am 31. Dezember 1986. Amtsübergabe am 31. Dezember 1986.

Christlichdemokratische Volkspartei der Schweiz

Bundespräsident im Jahre 1977, 1981, 1985

Vize-Präsident im Jahre 1976, 1980, 1984

1972-1978 Justiz- und Polizeidepartement

1979-1982 Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

1983-1986 Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kurt Furgler aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Silvio Bucher. Version : 28.07.2008





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