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Peter Ochs


20.08.1752 - 19.06.1821
Basler Politiker, Jurist, Historiker und Schriftsteller, Direktor der Helvetischen Republik

geboren 20.8.1752 Nantes,gestorben 19.6.1821 Basel, ref., von Basel. Sohn des Albrecht, Hamburger Grosskaufmanns und Basler Grossrats, und der Louise-Madeleine His, Tochter des Pierre, Hamburger Grosshandelsherrn. ∞ 1779 Salome Vischer, Tochter des Leonhard, Handelsherrn. Nach einer Lehre im Kontor des Grossvaters und Vaters in Hamburg studierte O. ab 1774 Rechtswissenschaften in Basel und Leiden (1776 Dr. iur.). Unter dem Einfluss von Isaak Iselin begeisterte er sich für die Aufklärung und trat der Helvet. Gesellschaft bei. Er begann seine Laufbahn in Basel 1780 als Gerichtsherr am Stadtgericht, 1782 wurde er Ratschreiber und 1790 Stadtschreiber. Von da an weilte er mehrmals als Gesandter Basels in Paris. Er galt als erfahrener Redner und gewandter Diplomat. 1794 wurde er Grossrat, 1795 vermittelte er im Frieden von Basel zwischen Preussen und Frankreich und 1796 übernahm er das Amt eines Oberstzunftmeisters. Unter dem Vorwand, er solle über das Fricktal verhandeln, holte Bonaparte O. 1797 nach Paris. Als das franz. Direktorium eine Neuordnung der Schweiz forderte, fühlte sich O. berufen, in der Schweiz eine unblutige Revolution einzuleiten, was nur in Basel (Jan. 1798) gelang. Im Gegensatz zu Frédéric-César de La Harpe verlangte er keine franz. Invasion, sondern nur grenznahe Truppenaufmärsche, die als Katalysator wirken sollten. Die eigentl. Absichten der franz. Machthaber durchschaute er nicht. Er entwarf eine Verfassung für die "Eine und unteilbare Helvet. Republik", die vom Auftrag gebenden Direktorium stark verändert und in der Schweiz verbreitet wurde.

Am 12.4.1798 proklamierte er in Aarau als Senatspräsident die Helvet. Republik, wurde jedoch erst durch franz. Einmischung am 30.6.1798 helvet. Direktor. Er versuchte, seine Regierungserfahrung und eigene finanzielle Mittel für den Aufbau des neuen Staates nutzbar zu machen. Seine Gegner warfen ihm Willfährigkeit gegenüber dem franz. Direktorium vor. Am 25.6.1799 wurde er von La Harpe gestürzt. O. hatte sein bedeutendes Vermögen verloren und galt fortan als Verantwortlicher für die franz. Invasion - besonders weil die verhasste Verfassung seinen Namen ("Ochsen-Büchlein") trug -, aber auch für das Scheitern der Helvet. Republik. Die Verfemung traf selbst seine Fam., die nach Paris auswanderte. Als Mitglied der Consulta hoffte er auf einen Neubeginn und erarbeitete Verfassungsprojekte für Basel und Solothurn, die aber nicht zur Ausführung gelangten. 1803 wurde er in Basel erneut in den Grossrat gewählt und versuchte bis 1821 als Mitglied der Regierung, seine aufklärer. Überzeugungen der neuen Zeit anzupassen. Mit seiner Verwaltungserfahrung, seiner Sachkenntnis und seiner Unermüdlichkeit war er für Basel unentbehrlich. Als Führer der Liberalen förderte er die Toleranz zwischen den Konfessionen, z.B. bei der Integration des kath. Birseck und in den Verhandlungen um die Neugestaltung des Bistums Basel. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Landschulen, die Universitätsreform und als Schöpfer des basler. Strafgesetzbuchs. Seine "Geschichte der Stadt und Landschaft Basel" (8 Bde., 1786-1822) wird heute noch konsultiert, dagegen war seinen Dramen kein Erfolg beschieden. Nach dem Tod der Mutter 1804 kehrten seine Kinder nach Basel zurück. Wegen der Anfeindungen nahmen sie den urgrossväterl. Namen His an. Von der Geschichtsschreibung lange negativ beurteilt, wird O. als Historiker, Jurist und Staatsmann in neuerer Zeit positiv gewürdigt.

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Peter Ochs aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Peter F. Kopp. Version : 20.08.2009





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