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Hans Conrad Escher vom Luchs


08.10.1743 - 12.12.1814
Zürcher Politiker, Bürgermeister und Tagsatzungspräsident 1814

Geb. am 8. Okt. 1743, † am 12. Dez. 1814, stammte aus dem adeligen Zweig der Familie Escher vom Luchs in Zürich. Sohn des Hans Heinrich, Mitglieds des Gr. Rats von Zürich und Landvogts zu Eglisau, und der Anna Margaretha von Meiss. ∞ 1) 1765 Dorothea Werdmüller von Elgg, Tochter des Johannes, 2) 1786 Elisabetha Rahn, Tochter des Heinrich, Landvogts zu Kyburg und Ratsherrn zu Zürich. Er betrat nach vollendeter Bildung die Bahn öffentlicher Ämter in seiner Vaterstadt und stieg darin bis 1797 in üblicher Stufenfolge bis zu einer der obersten Würden auf, der Stelle eines Standessekelmeisters. 1765 Sekretär der Reformationskammer, 1767 Mittelrichter am Zürcher Stadtgericht, 1774 Vorsteher der Konstaffel und Mitglied des Gr. Rats von Zürich. 1778-84 Landvogt zu Wädenswil, 1790 Landvogt der Grafschaft Baden, 1796 Obervogt von Küsnacht (ZH). 1804-14 Mitglied des Kl. Rats. Im Militär stieg E. vom Hauptmann (1770) bis zum Generalinspektor des Kavalleriekorps (1788) auf. Schon 1796 als schweizerischer Repräsentant in Basel in Unterhandlungen mit den Heerführern der Koalition am Rhein und 1797 in den revolutionären Wirren im Gebiete der Abtei St. Gallen als Zürichs vermittelnder Gesandter mit Erfolg tätig. Nach der Umwälzung der Schweiz durch die französische Invasion 1798 wirkte er als Präsident der Munizipalität Zürich und 1799 als Mitglied und als Präsident der sogenannten Interimsregierung (der erste Stapi von Zürich), die nach dem Einrücken Erzherzog Karls in die Schweiz in Zürich gebildet, aber nach dem Abzuge des österreichischen Heeres und der Niederlage des russischen unter Korsakow gegenüber Masséna und der Wiederbesetzung Zürichs durch die Franzosen wieder aufgelöst wurde. Bis 1802 blieb er im Privatstand. Dann wieder Präsident der Gemeindekammer und 1803 Mitglied der unter der Bonaparte’schen Mediationsverfassung errichteten kantonalen Regierung, nahm E. bald auch an den eidgenössischen Angelegenheiten wesentlichen Anteil. Auf den Tagsatzungen von 1807 und 1813 zürcherischer Legationsrat zur Seite des Landammannes Reinhard, ging er Ende 1813 mit Alois Reding als schweizerischer Gesandter ins Hauptquartier der Alliierten in Frankfurt a. M. und nach Freiburg im Br., wurde 1814 wieder Reinhard auf die Tagsatzung beigeordnet und nach Einführung der neuen kantonalen Verfassung, bei deren Entwurf er die Arbeiten der damit beauftragten Kommission geleitet hatte, im Juni 1814 Reinhard’s Kollege im Bürgermeisteramt. Als die seit 1813 versammelt gebliebene und mit der mühsamen Rekonstituirung der Schweiz beschäftigte Tagsatzung Reinhard als schweizerischen Bevollmächtigten nach Wien abordnete (12. Sept. 1814), wo eine besondere Kommission des Kongresses für die schweizerischen Angelegenheiten bestellt worden war, ging das Präsidium der Tagsatzung auf E. über. Er erwarb sich in dieser Stellung das einstimmige hochachtungsvolle Vertrauen der Versammlung in seltenem Grade wurde aber schon im dritten Monat seiner Aufgabe und seinem Vaterlande entrissen. Am Morgen des 12. Dez. 1814, als er eben im Begriffe stand, sich in die Sitzung der Tagsatzung zu begeben, traf ihn ein Schlaganfall und machte seinem Leben ein rasches Ende. Mit ungewöhnlicher Trauer und Feierlichkeit wurde er am 15. Dez. bestattet. Abgesehen von seinen Leistungen als Staatsmann, war E. auch als Gönner und Freund musikalischer Bestrebungen um Zürich sehr verdient.

Amtsbürgermeister  von  Zürich

24 Jun 1814 - 12 Dec 1814

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hans Conrad Escher vom Luchs aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Katja Hürlimann. Version : 03.11.2004 und auf dem Artikel Hans Konrad von Escher Autor :Georg von Wyß in: Allgemeine Deutsche Biographie (1877), Onlineversion.





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