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Conrad Cramer-Frey


11.05.1834 - 06.01.1900
Zürcher Politiker und Unternehmer, Nationalrat

geboren 11.5.1834 Volken,gestorben 6.1.1900 Zürich, ref., von Volken und Enge (heute Zürich). Sohn des Heinrich Kramer, Landwirts, und der Anna geb. Gisler, von Flaach. ∞ 1860 Louise Frey, Tochter des Karl, Kaufmanns und Teilhabers des Manufakturwarenhauses Frey & Salzmann in Aarau, Nichte von Bundesrat Friedrich Frey-Herosé. Primarschule in Hettlingen, Sekundarschule in Seuzach, 1849-52 kaufmänn. Lehre und zwei Jahre als Angestellter im Handelshaus Hummel Comp. in Zürich. 1854-62 arbeitete C. als Buchhalter im Manufakturwarenhaus Frey & Salzmann, danach weilte er bis 1870 in Bahia (Brasilien), wo er eine mit dem Familienunternehmen in Beziehung stehende Firma reorganisierte und übernahm sowie 1868 eine Niederlassung in Pernambuco (Brasilien) gründete. 1870-95 leitete er die Firma Frey & Cramer in Aarau, die 1872 nach Zürich bzw. 1877 in die Enge umsiedelte (1874 Umbenennung in Cramer, Frey & Cie.). 1878 folgte deren Erweiterung durch eine Filiale in Rio de Janeiro, 1883 die Schliessung der Niederlassung in Bahia. Ab ca. 1880 engagierte sich C. auch in Politik und Wirtschaft: 1882-98 Zürcher Kantonsrat, 1883-1900 Nationalrat (liberale Mitte bzw. liberal-demokrat.). 1876-1900 amtierte er als Vorstand, 1882-91 als Präs. der Kaufmänn. Gesellschaft Zürich (heute Zürcher Handelskammer). 1882-1900 Präs. des Schweiz. Handels- und Industrievereins (SHIV). 1878-91 Verwaltungsrat der Schweiz. Kreditanstalt, 1880-85 Aufsichtsrat der Schweiz. Lebensversicherungs- und Rentenanstalt, 1879-84 im Verwaltungskomitee der NZZ (1882-83 Präs.).

C. gehörte zu den führenden Wirtschaftsvertretern des ausgehenden 19. Jh. Mit Artikeln, Reden und z.T. umfassenden Gutachten und Eingaben prägte er die Diskussion über zentrale wirtschaftspolit. Fragen wie die Verstaatlichung der Eisenbahn, die Schaffung des Banknotenmonopols bzw. einer zentralen Notenbank sowie die Münz- und Währungspolitik und machte den SHIV zu einem einflussreichen Verband. Massgebl. Einfluss übte er auch in der Zoll- und Handelspolitik aus, in den nationalrätl. Kommissionen bei den Zollgesetz- und Zolltarifrevisionen, als Berater des Bundesrats und als Mitglied versch. eidg. Delegationen zur Erneuerung bilateraler Handelsverträge. 1894 Dr. iur. publ. et cam. h.c. der Univ. Zürich.

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Conrad Cramer-Frey aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Markus Bürgi . Version : 20.01.2005.





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