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Elsie Attenhofer


21.02.1909 - 16.06.1999
Schweizer Kabarettistin, Schauspielerin, Schriftstellerin und Diseuse

* 21.2.1909 Lugano TI, † 16.6.1999 Bassersdorf ZH, eigentlich Elisabetta Fanny A. Tochter des Max, Hoteliers, und der Emmy geb. Landgraf. Grossnichte des Komponisten und Chorleiters Carl A. ∞1940 Karl Schmid, Germanistikprofessor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und Publizist.

Nach Schulen in Zürich Arbeit als Sekretärin, daneben Ausbildung als Bildhauerin und Malerin (unter anderem an der Académie Julian in Paris) und als eine der ersten Frauen in der Schweiz zur Sportfliegerin. Gesangsunterricht bei Paulina Treichler, Sprechunterricht bei Max Werner Lenz. Durch dessen Vermittlung gelangte A. als «komische Begabung» zum Cabaret Cornichon, Zürich ZH, wo sie im Herbstprogramm 1934 mit dem Chanson «Das alkoholfreie Mädchen» erfolgreich debütierte. Dem Cabaret Cornichon gehörte sie bis 1939 als Ensemblemitglied an, 1947 wirkte sie nochmals als Gast mit. 1939/40 stellte A. ihr erstes Soloprogramm vor. 1940 diente sie als Rotkreuz-Fahrerin bei der Armee, später trat sie mit ihren Programmen bei den Grenztruppen auf. In der Folge entwickelte sich A. mit ihren Soloprogrammen und einzelnen gemeinsamen Programmen mit Lenz, der die meisten ihrer Texte schrieb, zu einer der bedeutendsten Schweizer Kabarettistinnen. Sie gastierte in der ganzen Schweiz sowie ab 1947 auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Zu ihren berühmtesten Nummern gehörte «Europa-Union», in der sie als strickende Sekretärin der «Europa-Union» mehrsprachig mit den Staatsoberhäuptern der Welt telefonierte. Neben ihrem Wirken als Kabarettistin hatte A. auch immer wieder Engagements als Schauspielerin, so beispielsweise am Stadttheater Basel (1939/40), am Corso-Theater, Zürich ZH (1940 Titelrolle in Hans Haug/Rudolph Bolo Maeglins «Gilberte de Courgenay»), am Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH, am Städtebundtheater Biel-Solothurn und am Stadttheater Bern, Bern BE (1950 Iduna in Paul Burkhards «Der schwarze Hecht»). Als Autorin wandte sie sich mit dem zeitbezogenen Dialektstück «Wer wirft den ersten Stein?» gegen den Antisemitismus (Uraufführung 11.10.1944 durch die Theater- und Tournee-Genossenschaft Zürich im Küchlin-Theater Basel, Regie: Lenz, danach rund 150 Aufführungen auf Tournee in der Schweiz). Am 21.6.1958 gelangte A.s zweites Stück «Die Lady mit der Lampe», ein Spiel über Florence Nightingale, am Schauspielhaus Zürich zur Uraufführung (Regie: Karlheinz Streibing), 1959 erfolgte in Osnabrück die deutsche Erstaufführung. 1966 wurde ihr Stück «Kennen Sie Overbeck?» an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart uraufgeführt. 1969 ging A. mit ihrem Stück «Der grüne Eimer», einer Komödie für zwei Personen, zusammen mit Wolfgang Haller auf Tournee (Uraufführung März 1969, Stadttheater Solothurn, Regie: Sylva Denzler). Zusammen mit Haller zeigte sie 1973 auch Jerome Kiltys «Geliebter Lügner» als Gastspiel an verschiedenen Orten in der Schweiz. 1978 gründete A. das Cabaret Sanduhr, mit dem sie bis 1980 auftrat. Zudem gestaltete sie mehrere Kabarett-Retrospektiven, so zum Cabaret Cornichon (beispielsweise 1976 «Under eus gseit» mit Lukas Ammann im Theater am Hechtplatz, Zürich ZH und anschliessend auf Tournee) sowie 1985 eine Hommage an Lenz, mit der sie sich offiziell von der Bühne verabschiedete. A. spielte auch in verschiedenen Schweizer Filmen unter der Regie von Walter Lesch, Leopold Lindtberg und Hermann Haller, unter anderem 1938 mit grossem Erfolg als Rosa Wiederkehr in «Füsilier Wipf». Ausserdem veröffentlichte A. 1975 die Geschichte des Cabarets Cornichon unter dem Titel «Cornichon. Erinnerungen an ein Cabaret», 1986 «Flug um die goldene Mücke. Erlebte Geschichten» und 1989 den autobiografischen Band «Réserve du Patron». Diverse Aufnahmen auf Tonträger.

Auszeichnungen

1958 erster Preis der Schweizerischen Ausstellung für Frauen-Arbeit (Saffa) für «Die Lady mit der Lampe»,

1976 Kulturförderungspreis der Stadt Zürich für das Cornichon-Buch sowie Mailänder «Oscar del Cabaret»

1977 Ida-Somazzi-Preis

1988 Cornichon-Preis der Oltener Cabaret-Tage

1990 Oberrheinischer Kulturpreis, 1991 Ehrenbürgerin von Bassersdorf

1998 Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich «in Anerkennung ihrer künstlerischen Lebensleistung und ihres Engagements für Demokratie und Menschlichkeit»

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel von Autor: Caluori, Reto: Elsie Attenhofer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 84–86. und ist verfügbar unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). 

Mensch ohne Pass von Elsie Attenhofer

Mit der Nummer «Mensch ohne Pass» hat Elsie Attenhofer den Papierlosen 1935 ein Denkmal gesetzt. Das Lied beschreibt die Flucht eines Menschen vor dem National-Sozialismus. Doch der Flüchtling ohne Pass wird an der Grenze zurück gewiesen.





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