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Paul Cérésole


16.11.1832 - 07.01.1905
Waadtländer Politiker und Rechtsanwalt, 17. Bundesrat

geboren 16.11.1832 Friedrichsdorf (Hessen),gestorben 7.1.1905 Lausanne, ref., von Vevey. Sohn des Auguste, Pfarrers und Theologieprof. an der freien Fakultät Lausanne, und der Sophie geb. Köster. Bruder des Alfred. ∞ Emma Secretan, Tochter des Marc Secretan. Rechtsstud. an der Lausanner Akademie (1855 lic. iur.). Praktikum in Vevey bei Jules Martin, dessen Sozius er 1858 wurde. Fürsprecher in Vevey und Lausanne. Als Chef der kant. Liberalen spielte der ausgezeichnete Redner eine herausragende Rolle in der Allianz aus Rechten und Zentrum sowie dem extrem linken Flügel der Radikalen, welche die radikale Regierung von 1845 stürzte. 1861 Verfassungsrat, 1862, 1866-70 und 1878-98 Waadtländer Grossrat. Als Staatsrat für Militär, Justiz und Polizei (1862-66) reorganisierte er das Waadtländer Heer. 1866-70 und 1893-99 Nationalrat. 1867-70 Bundesrichter.

Als Nachfolger von Victor Ruffy wurde C. 1870 als Kandidat des liberalen Zentrums mit Unterstützung der Kath.-Konservativen in den Bundesrat gewählt. Er leitete nacheinander das Finanz-, Militär-, Polit. sowie das Justiz- und Polizeidep. (1873 Bundespräs.). C. hatte grossen Anteil an der Ausarbeitung des vom Volk verworfenen Verfassungsentwurfs von 1872 und bemühte sich, die Waadtländer Föderalisten mit der Eidgenossenschaft zu versöhnen. Von den Waadtländer Wählern in dieser Sache im Stich gelassen, lehnte er es 1872 ab, bei der Erneuerung der eidg. Räte für seinen Kanton zu kandidieren und liess sich durch das Berner Oberland wiederwählen. Während des Kulturkampfs unterzeichnete C. in seiner Eigenschaft als Bundespräsident die Noten, mit denen Gaspard Mermillod und der apostol. Nuntius des Landes verwiesen wurden. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundesrat (1875) übernahm er 1876 die Leitung der neuen Simplon-Eisenbahngesellschaft und nahm Verhandlungen über den Tunneldurchstich auf. Da diese teilweise ergebnislos verliefen, wurde er 1886 seiner Stelle als Direktor der inzwischen mit der Westbahn fusionierten Eisenbahngesellschaft enthoben. 1870 Oberst, ab 1878 Kommandant der 1. Division, 1891-98 des 1. Armeekorps. Gründungsmitglied der Schweiz. Juristenges. 1887-99 Abbé (Vorsteher) der Weinbruderschaft von Vevey.

In den Bundesrat gewählt als Vertreter des Kantons Waadt am 1. Februar 1870. Rücktritt am 21. Dezember 1875. Amtsübergabe am 31. Dezember 1875.

Freisinnig-demokratische Partei der Schweiz

Bundespräsident im Jahre 1873

Vize-Präsident im Jahre 1872

1870-1871   Finanzdepartement  

1872   Militärdepartement  

1873   Politisches Departement  

1874-1875   Justiz- und Polizeidepartement

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Paul Cérésole aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Chantal Lafontant / EB. Version : 09.02.2005.





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