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Bernhard Hammer


03.03.1822 - 06.04.1907
Solothurner Politiker, Rechtsanwalt, Richter, Offizier und Diplomat, 22. Bundesrat

geboren 3.3.1822 Olten,gestorben 6.4.1907 Solothurn, kath., von Olten. Sohn des Josef Bernhard, Wirts des Gasthofs Halbmond in Olten, und der Virginia geb. Madeux, von Arlesheim. ∞ 1) 1853 Gertrud Jäggi, von Leuzigen, Tochter eines Bauern (gestorben 1881), 2) 1884 Anna Froelicher, Tochter des Johann Friedrich, Kaufmanns. Der eifrige Pelotonführer im Oltner Kadettenkorps und begeisterte Zofinger am Kollegium in Solothurn liess sich 1844 nach naturwissenschaftl. und jurist. Studien in Genf, Freiburg i.Br., Berlin und Zürich als Fürsprecher und Notar in Solothurn nieder. 1853-56 als Amtsgerichtspräsident und 1856-68 als Solothurner Kantonsrat amtierend, galt H. bald als Führer der Altliberalen und der Opposition gegen das radikal-liberale Regiment des Landammanns Wilhelm Vigier von Steinbrugg. Reinen Parteiinteressen abhold, verlegte er sich jedoch mehr auf seine militär. Karriere. Von General Henri Dufour bereits im Sonderbundsfeldzug persönlich ausgezeichnet, wurde der Generalstabsoffizier H. 1858 zum Major und 1862 zum Obersten befördert. 1861-68 war er Oberinstruktor (Waffenchef) der Artillerie und anschliessend bis 1875 schweiz. Gesandter in Berlin.

H.s Ruf als hervorragender Jurist, Militär und Diplomat ebnete ihm den Weg in den Bundesrat. Mit Ausnahme des Jahres 1878, als er das Polit. Departement leitete, stand er 1875-90 dem Finanz- und Zolldepartement vor (1879 und 1889 Bundespräsident). Er bewährte sich bei der Neuordnung der Bundesfinanzen und der Reorganisation des bis anhin als wenig gewichtig eingestuften Finanzdepartements, in der Frage des Alkohol- und Banknotenmonopols, in den Zolltarifverhandlungen sowie in der Beilegung der Wohlgemuth-Affäre. In seine Amtszeit fiel auch die Einführung der Militärpflichtersatzsteuer, die Schaffung des Banknotengesetzes und die Revision des Münzgesetzes. Im Übrigen spielte der auf Ausgleich bedachte H. in der Beilegung des Kulturkampfes hinter den Kulissen eine wichtige Vermittlerrolle. Nach dem Rücktritt 1890 sass H. für die Liberalen bis 1896 im Nationalrat. Diesen ungewöhnl. Werdegang verdankte er seiner guten Gesundheit sowie seinen Finanz- und Verwaltungskenntnissen. Zudem wirkte er als tonangebender Verwaltungsrat der Gotthardbahn. Er starb 1907 hochgeachtet.

In den Bundesrat gewählt als Vertreter des Kantons Solothurn am 10. Dezember 1875. Rücktritt am 31. Dezember 1890. Amtsübergabe am 31. Dezember 1890.

Freisinnig-demokratische Partei der Schweiz

Bundespräsident im Jahre 1879, 1889

Vize-Präsident im Jahre 1878, 1888

1876-1878 Finanz- und Zolldepartement

1882 Politisches Departement

1880-1890 Finanz- und Zolldepartement

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bernhard Hammer aus dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) - Onlineversion des Historischen Lexikon der Schweiz. Autorin/Autor: Thomas Wallner. Version : 02.11.2011.





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