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Urs Peter Haemmerli


25.10.1926 - 31.07.2012
Schweizer Arzt, Sterbehilfe-Affäre 1974/75

Geboren am 25.10.1926, gestorben am 31..07.2012. Urs Haemmerli beendete sein Medizinstudium an der Universität Zürich mit dem Staatsexamen (1952) und dem Doktorat (1954). Nach einer Assistenzzeit im Kreisspital Bülach und am Pathologischen Institut der Universität Zürich reiste er 1955 in die USA, um sich dort an verschiedenen Institutionen in Radiologie und Gastroenterologie weiterzubilden. Auf Neujahr 1959 kehrte er ans Kantonsspital Zürich zurück und stieg schon bald zum Oberarztstellvertreter, Oberarzt und Ersten Oberarzt auf. Auf Beginn des Wintersemesters 1965 habilitierte er sich an der Universität Zürich für das Gebiet der Inneren Medizin mit besonderer Berücksichtigung der Gastroenterologie. Am 1. November 1969 trat er die Stelle des Chefarzts an der Medizinischen Klinik am damals neu entstehenden Stadtspital Triemli an. Drei Jahre später wurde er zum Titularprofessor ernannt. 1991 trat er in den Ruhestand.

1975 kam es zum Eklat: Urs Haemmerli wurde der vorsätzlichen Tötung von Patienten angeklagt, weil er unheilbar kranken Patienten nur noch Wasser verabreichen liess. Damit kam eine bis heute andauernde öffentliche Diskussion über Grenzen der Medizin in Gang, über ethische Fragen, über die politisch-gesellschaftliche Verantwortung, auch über die juristische Frage, wie die Unterlassung einer lebensrettenden Handlung zu bewerten sei. Es bleibt das Verdienst von Urs Haemmerli, die Problematik der modernen Medizin über den relativ engen ärztlichen Fachkreis hinaus ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt zu haben. Dieser Öffentlichkeit wurde bewusst, dass richtiges medizinisches Handeln paradoxerweise auch Nichthandeln sein kann – ein fundamentaler Paradigmawechsel gegenüber der traditionellen Haltung in einer Zeit des ungebändigten Fortschrittsglaubens.

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf den biografischen Angaben des Artikels von Autor Heinzpeter Stucki Nekrologe 2012 Urs Peter Haemmerli der Universität Zürich.





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