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Heidi (1952)



Schweizer Schwarzweissfilm aus dem Jahr 1952

Heidi ist ein Schweizer Schwarzweissfilm aus dem Jahr 1952. Er basiert frei auf dem gleichnamigen Roman von Johanna Spyri. Regie führte Luigi Comencini, die Hauptrolle spielte Elsbeth Sigmund. Die Filmfirma titelte seinerzeit Heidi – Sehnsucht nach der Heimat.

Gedreht wurde in Bergün und in dessen Ortsteilen Latsch, Stuls, sowie auf der Filisurer Alp Falein (alle im Kanton Graubünden, Schweiz).

Besetzung

    Elsbeth Sigmund: Heidi

    Heinrich Gretler: Alp-Oehi

    Thomas Klameth: Geißenpeter

    Elsie Attenhofer: Tante Dete

    Margrit Rainer: Brigitte, Peters Mutter

    Fred Tanner: Pfarrer

    Isa Günther: Klara Sesemann

    Willy Birgel: Herr Sesemann

    Traute Carlsen: Klaras Grossmutter

    Anita Mey: Frl. Rottenmeyer

    Theo Lingen: Butler Sebastian

    Carl Wery: Dr. Classen

    Armin Schweizer: Dompförtner

    Max Haufler: Bäcker

    Walburga Gmür: Frau des Bäckers

    Friedrich Braun: Johann, Kutscher

    Lore Reutemann: Tinette

Handlung

Heidi lebt bei ihrem Großvater, dem Alp-Oehi. Zusammen mit ihrem Freund, dem Geißenpeter, verbringt sie eine schöne Zeit in den Schweizer Bergen.

Der Dorfpfarrer besucht den Alp-Oehi. Er bittet ihn, zusammen mit Heidi ins Dorf zu kommen, da die neuen Kirchenglocken aufgehängt werden sollen. Rund um's Glockenaufhängen wird ein Dorffest veranstaltet und traditionsgemäss ist es Sache der Kinder, beim Aufhängen der Glocken zu helfen. Und Heidi soll dabei nicht fehlen. Außerdem könne sie sich dabei gleich mit den Kindern des Dorfes anfreunden, da sie ohnehin bald die Dorfschule besuchen müsse. Der Alp-Oehi ist davon gar nicht begeistert, da er sich mit der Dorfbevölkerung zerstritten hat. Diese wirft ihm vor, an einem Feuer schuld zu sein, bei dem fünf Häuser und der Kirchturm abgebrannt sind. Tatsache aber ist, dass der Oehi weder das Feuer verursacht hat noch sonst daran Schuld trägt, sondern sogar bei den Rettungsarbeiten seinen einzigen Sohn, Heidis Vater, verloren hat. Kurze Zeit später starb auch Heidis Mutter aus Kummer über den Verlust.

Tante Dete, einer Schwester von Heidis Mutter, wurde zwar das Sorgerecht für Heidi übertragen; da sie eine Stelle in Frankfurt angetreten hatte, hatte sie Heidi aber kurzerhand dem Alp-Oehi überlassen.

Dete hat sich inzwischen des Kindes erinnert. Dete ist im herrschaftlichen Hause Sesemann als Köchin angestellt. Herr Sesemann sucht für seine Tochter Klara eine Gefährtin, denn Klara ist seit ihrer Diphtherieerkrankung gelähmt. Und diese Rolle soll nun Heidi einnehmen. Kurzerhand überlistet Dete den Alp-Oehi und entführt Heidi nach Frankfurt.

Mit Klara freundet sich Heidi schnell an und hilft ihr, wo sie nur kann. Allerdings ist sie in ihrer unverbildeten Natürlichkeit der Schrecken des vornehm-zimperlichen Fräulein Rottenmeyer, der Gouvernante Klaras. Auch alle Bediensteten, vor allem der Hausdiener Sebastian, sind von Heidis Herzlichkeit sehr angetan. Und dann geschieht fast so etwas wie ein kleines Wunder, Klara, durch Heidis liebevolle Zuwendung erstarkt, kann eines Tages wieder selbstständig die ersten Schritte gehen. Als Herr Sesemann von einer längeren Reise zurückkehrt, kann er sein gesundes Kind freudestrahlend in die Arme schließen. Aus Dankbarkeit will er Heidi, die dieses Wunder vollbracht hat, an Kindes Statt annehmen. Aber die Sehnsucht nach der Heimat und dem Großvater lässt das Kind nicht los.

Nachdem Heidi schlafwandelt und sogar ernsthaft erkrankt, gibt der verständnisvolle Dr. Classen, ein guter Freund des Sesemannschen Hauses, Herrn Sesemann den Rat, Heidi in ihre Heimat, zurück zum Großvater, zu lassen. Und so geschieht es. Zuvor geben sich die Freundinnen das feste Versprechen, dass Klara Heidi in den Ferien besuchen kommt.

Auch die Streitigkeiten zwischen dem Alp-Oehi und den Dorfbewohnern werden beigelegt und am Sonntag betritt der Großvater mit Heidi an der Hand die Dorfkirche.

Entstehung des Filmes

Als sich die Produktionsfirma Praesens-Film („Es geschah am hellichten Tag“) 1950 durch Insolvenzprobleme kämpfte, fasste man den Entschluss für ein schnell realisierbares Projekt, das unkompliziert, volksnah und billig in der Produktion sein sollte. Man besann sich auf den Welterfolg von Johanna Spyri. Der Stoff wurde schon 1937 mit Shirley Temple verfilmt, war aber kein großer Erfolg. Damit wagte sich die Schweiz an die erste deutschsprachige Verfilmung überhaupt.

Für die Regie entschied man sich für Luigi Comencini (1916–2007), einen Italiener mit Schweizer Abstammung, da Leopold Lindtberg („Wachtmeister Studer“) die Regie ablehnte. Comencini hatte bereits erfolgreich mit Kindern gearbeitet. Inszenierungen mit Waisenmädchen im Stile eines Berg- und Heimatfilms mit der Idylle von Bergen, Tälern und Alphütten kamen zur damaligen Zeit beim Publikum gut an.

Auf der Suche nach den Kindern (Heidi und Peter) besuchte Comencini zusammen mit Emil Berna (Kamera) und Uors von Planta (Produktionsleiter) etliche Dörfer und Schulen, drehte mit einer 16 mm-Kamera Aufnahmen von Kandidaten ohne Spielerfahrung. Mit Elsbeth Sigmund aus Kempthal und Thomas Klameth aus Küsnacht hatte Comencini die für ihn ideale Besetzung gefunden, die erfolgreiche Probeaufführung mit den Kandidaten in einem vollbesetzten Kino in Zürich überzeugte auch die Produzenten von der Richtigkeit seiner Wahl. Die weiteren Rollen wurden mit vielen beliebten Schweizer Darstellern und, als Zugeständnis an den deutschen Markt, mit Schauspielern wie Willy Birgel, Theo Lingen (in einer typischen Dienerrolle) und Isa Günther (aus Kästners „Das doppelte Lottchen“) besetzt.

Maienfeld als Schauplatz des Romans war bereits baulich zu stark verändert, weshalb vor allem in der Gegend von Bergün gedreht wurde. Auch bei den Außenaufnahmen in Frankfurt musste man sich wegen der Trümmer des Zweiten Weltkrieges teilweise mit Aufnahmen von Basel und Fotomontagen behelfen.

Mit knapp 600.000 Franken war „Heidi“ am Ende teurer als erwartet. Die Kosten wurden jedoch schnell wieder eingespielt, weil man wegen der umfassenden Werbung auch in Deutschland erfolgreich war (600.000 Besucher). Die Erfolge: Sehr lange Laufzeiten in der Schweiz (17 Wochen in Zürich), Einsatz von 300 Kopien in über 4.000 Kinosälen in den USA (trotz unbeholfener Synchronisation und nur Schwarz-Weiß), Verkauf des Films in weitere Länder, verschiedene internationale Preise (Auszeichnung als bester Jugendfilm anl. der Biennale in Venedig).

Besonderheiten

Dies ist die erste deutschsprachige Verfilmung von „Heidi“.

1955 wurde mit den gleichen Darstellern eine Fortsetzung unter dem Titel Heidi und Peter gedreht. Hinzu kommt ein weiterer Film, Heidi und ihre Freunde aus dem Jahr 1953. Dieser steht allerdings in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit den vorgenannten Heidi-Filmen, sondern greift frei Motive aus Heidi auf, wobei Elsbeth Sigmund und Heinrich Gretler ihre Rollen aus den anderen Filmen wiederaufnehmen.

Theo Lingen spielt die Rolle des Dieners im Hause Sesemann. Die Dienerrolle hat er zu dieser Zeit in mehreren Filmen verkörpert.

Quelle Biografie:

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Heidi (1952) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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